Sonntag, 16. September 2018

Das Wandern ist des Karlis Lust...


Hallo liebe Leute!

Der letzte Monat ist wirklich wie im Flug vergangen und daher wird unser dritter Blogeintrag auch etwas länger. Diesmal berichten wir aus Bjursund an der schwedischen Ostküste auf der Höhe von Västervik. In Bjursund waren wir schon oft und wir lieben diese Ecke von Schweden einfach. Wir wollen uns fast dazu hinreißen lassen, dass dies für uns hier die schönste Ecke Schwedens ist und falls wir berufsbedingt mal auswandern müssten, dann würde es uns hier am wahrscheinlichsten hinziehen. Aber zum Glück müssen wir unser Wampenidyll vorerst nicht verlassen und so ruhen wir uns hier einfach mal eine Woche aus. Dazu aber im nächsten Blogeintrag mehr.


Jetzt knüpfen wir an unseren im vergangenen Blog beginnenden Fjällaufenthalt an. Wir waren für ein paar Tage in Sveg im Härjedalen, dem Herzen Schwedens. Hier haben wir über die App park4night einen Stellplatz direkt am See gefunden und von dort aus für ein paar Tage die Gegend erkundet. Der Platz hatte wunderschöne Aufnahmen mit Regenbogen, beim Frühstück und mit Sonnenuntergängen zu bieten. Karlis Geburtstag wollten wir aber auf einem richtigen Campingplatz feiern und suchten uns dafür Sonfjällets Camping in Hedeviken aus. Ganz in der Nähe eines kleinen Nationalparks lag dieser wirklich schöne Campingplatz, der sogar einen Aufenthaltsraum hatte, was für uns bei den sinkenden Temperaturen wirklich angenehm war. Ja, die Temperaturen im Fjell waren deutlich frischer, als wir es vom restlichen Sommer und der Küste gewohnt waren. Unser kältester Morgen bescherte uns sogar Bodenfrost und wir mussten auf der Autoscheibe kratzen. In den Nächten, in denen die Temperaturen an die 0°C sanken, holten wir alle unsere Decken und Daunenschlafsäcke raus. Zum Glück kann man sich unter den Decken gegenseitig wärmen und Kinder sind ja auch kleine Wärmflaschen. Den Kindern scheint im Übrigen niemals kalt zu sein. Während Jens und ich mit dicken Socken und Mütze geschlafen haben, hatte Karli immer noch heiße Füße ohne Socken.



Frühstück in der Sonne - herrlich


Ein gutes Buch mit Aussicht

Papas Werkzeugkasten ist ja sooooo... interessant
 
Typisch schwedisches Abendbrot



Ausflug zu den Stromschnellen - leider wegen Dürre nicht wirklich vorhanden

Dafür aber ein schöner Picknick- und Kletterplatz






Die ersten Rentiere auf unserer Tour - es sollten nicht die Letzten sein

Ja, Karli ist 4 Jahre alt geworden. Vielen lieben Dank für die ganzen Anrufe und Nachrichten, die ihr uns zukommen lassen habt. Karli hat abends tatsächlich nachgefragt, ob ihm noch mehr Geburtstagslieder auf das Handy gesungen wurden 😉 Jens und ich haben uns aber auch alle Mühe gegeben, ihm den Tag so schön wie möglich zu gestalten.
Der Tag begann mit einem gemütlichen Frühstück im Aufenthaltsraum bei dem es Pfannkuchen-/ Eierkuchen-Torte à la Petterson-und-Findus gab. Danach gab es endlich Geschenke, wobei Jens und ich total erstaunt waren, wie lange sich Karli an diesem Morgen geduldet hat, bis er auspacken durfte. Dann war aber kein Halten mehr. Es gab Metallstrohhalme, ein kleines Boot, das erste eigene Taschenmesser, eine Skihose (für den Winter), Badeschuhe und als Höhepunkt Lego. Und damit waren die Männer dann auch den restlichen Vormittag unermüdlich beschäftigt. Zum Mittag gab es selbstgekochten Erbseneintopf am Geburtstagstischchen (den hat sich Karli selber ausgesucht) und nachmittags haben wir einen Ausflug zu einem Wasserfall mit Picknick gemacht. Abends wurde der Tag noch mit Pizza abgerundet.






















Am Tag nach Karlis Geburtstag haben wir einen kleinen Ausflug in den Sonfjällets Nationalpark gemacht. Dieser Nationalpark ist neben dem Yellowstone in den USA einer der ältesten der Welt und wurde schon 1909 gegründet. Den Ausflug haben wir gemeinsam mit Bärbel und Jürgen gemacht, die seit ihrer Pensionierung für mehrere Monate jeden Sommer durch Norwegen und Schweden reisen (vorher auch schon während der Ferien mit ihren Kindern) und die wir auf dem Zeltplatz kennengelernt haben. Abends haben wir zusammen am Feuer gesessen und sie freuten sich für ein paar Tage Oma und Opa für Karli zu sein. Den Tag ließen wir dann auch wieder am Feuer ausklingen, gemeinsam mit einer belgische Familie und der Gitarre. Man durfte nämlich jetzt endlich wieder Feuer machen.
Jens und Jürgen sind nach der "Familienrunde" noch ein bisschen auf den Berg gestiefelt

Vom Sonfjället aus ging es nun auf ins richtige südschwedische Fjell. Unsere nächste Nacht verbrachten wir in der Nähe des Stora Harundsjön, einem wirklich schönen Gebirgssee. Von dort aus ging es weiter zum Nipfället-Städjan Naturreservat, wo wir bei einem Nachmittagsspaziergang den Nipfjället bestiegen haben und am nächsten Tag bei einer Tageswanderung den Städjan. Der Städjan ist ein recht berühmter Berg, der sogar in der schwedischen Nationalhymne besungen wird. Aus den meisten Richtungen sieht er aus wie ein Vulkankegel; nördlicher und südlicher Richtung allerdings wie ein Amboss. Karli ist mittlerweile so fit, dass er die 13-km-Wanderung spielend leicht gemeistert hat und wir ihm somit die Wanderkrone verleihen konnten.

Übernachtung in der Nähe des Harundsjön
Die Nacht war frisch...

Frühstück bei frischen Temperaturen

7,5°C nachdem wir Wasser gekocht haben und Brötchen aufgebacken haben
Da wollen wir hinauf

Au jaaaa



Vorm Aufstieg auf den Nipfjället
Oben angekommen wird erstmal ein Stein platziert

Abstieg vom Nipfjället mit Städjan im Hintergrund und "unserem" Wohnwagen unten auf dem Parkplatz

Unser Stellplatz am Abend nach dem Nipfjället und vor dem Städjan

Mmmhhh...Spaghettiiiiii

Ein Kampf unter Rittern


Der Aufstieg zum Städjan kann beginnen


Einmal kurz trösten
Fast oben angekommen


Jetzt kann der Abstieg wieder beginnen
Tiger braucht jetzt auch eine Mütze




Ein entspanntes Bad nach einer anstrengenden Wanderung - Karli ist an diesem Tag nicht mehr aufgewacht
Morgenstund hat Gold im Mund
Die Wanderkrone

Der Tag nach unserer kräftezehrenden Städjan-Wanderung sollte ein Erholungstag sein, weshalb wir beschlossen, vor unserer nächsten Mehrtageswanderung den höchsten Wasserfall Schwedens, den Njupeskär im Fulufjället Nationalpark zu besuchen. Aus unserem Pausentag wurde allerdings eine 10-km-Wanderung – UPPS! Wir hatten den Rundweg am Wasserfall nicht so lang eingeschätzt bzw. Jens wollte mich nicht bremsen, als ich vorschlug, die Runde zu gehen 😉 Wir hatten aber genug Proviant mit (das ist nämlich das wichtigste für Karli) und belohnt wurde der Tag dann auch mit Eis und Pommes.


Der Njupeskär
Kleine Dusche gefälligst?





Nach der Wanderung im Nationalparkhaus (Naturum)
Warum schlafen? Am Feuer ist doch auch schön


Kleine Bastelstunde bei Nieselpiesel am Morgen - das Ergebnis gibt's im nächsten Blog zu sehen
Mittagspause an der Stromschnelle
Hat leider nichts gebissen


Nun folgten aber zwei Nächte Pause im Gutulia Nasjonalpark auf norwegischer Seite. Die ganzen Nationalparks gehören nämlich zu einem großen grenzüberschreitenden Projekt namens Grenslandet und das umfasst mehrere Nationalparks im Grenzgebiet von Schweden und Norwegen. Im Gutulia machten wir eine kleine Tour entlang des Sees zu einer Alm, die bis vor kurzen noch bewirtschaftet wurde. Bis vor kurzem wurde übrigens einiges bewirtschaftet, aber nun fast nichts mehr. Schweden und auch Norwegen machen nämlich Mitte/ Ende August zu 😉 Die Skandinavier beenden den Sommer einfach, wenn ihr Urlaub vorbei ist und dann schließen sie auch sämtliche Cafés, Attraktionen oder Angebote. Der Sommer in diesem Jahr ging bis zum 19. August und das führt dazu, dass wir jetzt das ein oder andere Mal vor verschlossenen Campingsplätzen etc. stehen. Dass die Alm geschlossen hatte, wussten wir aber und waren somit mit Proviant eingedeckt. Es war ein herrlicher spätsommerlicher, etwas frühherbstlicher Tag. Einfach traumhaft! 






Wanderung zur Alm
Mittagspause an der Alm

Eine Männerwandergruppe - ein schöner Anblick! Sie haben sich ein Feuerchen angemacht und Würstchen gegrillt.
Jens hat einen Abstecher auf den Gipfel gemacht

Blaubeeren sammeln in Familie - Mama pflückt...

...Karli mopst

Kuschelstunde am See



Am Abend haben wir noch eine kleine Forelle gefangen - Endlich! Was für ein Erfolg

Als nächstes fuhren wir ins nicht weit entfernte Elgå am Femund(see). Von hier aus sollte unsere letzte Fjällwanderung mit Zelt starten, da uns jetzt noch einmal ein paar Nächte mit um die 10°C erwarteten und wir uns mit den Kids auch nicht viel niedrigere Temperaturen zutrauen wollten. Wir suchten uns wieder eine Boot-Wander-Kombitour aus und wurden in Elgå erstmal gebremst, da unser Boot an dem Tag nicht mehr fuhr. Überhaupt sollte besagtes Boot, die Fæmund II, nur noch ein einziges Mal fahren, und zwar am Tag drauf. Also gönnten wir uns nach über einer Woche wild campen mal wieder eine Nacht auf dem Zeltplatz und erkundeten Elgås schönen Küstenspazierweg. Am nächsten Tag nahmen wir dann das letzte Boot der Saison und starteten unsere Wandertour zur Hütte Svukuriset, die allerdings auch an dem Tag zugemacht hatte, an dem wir loswanderten. Wir hatten aber Glück. Der Eigentümer der Wanderhütte war noch vor Ort, um die Blaubeeren für die nächste Saison zu pflücken (im letzten Jahr waren es 80L) und mal ein wenig die Natur zu genießen. Er ließ uns dann auch in einer seiner Hütten übernachten – natürlich gegen eine ordentliche Bezahlung. Das war aber auch nochmal ein schönes Abenteuer für uns, da wir bisher noch nie in einer Wanderhütte übernachtet hatten. Und warm war es auch. Am zweiten Wandertag sollte eigentlich schönes Wetter sein und wir hatten vor auf den höchsten Berg der Region zu wandern. Da wir aber nicht noch eine Nacht in der teuren Hütte bleiben wollten und ein weiterer Blick auf die Karte verraten hat, dass die Tour sehr hart für uns wäre, entschieden wir uns gegen den Berg und stattdessen dafür, den Rückweg anzutreten und kurz vorm Ziel nochmal zu zelten. Das war auch eine gute Entscheidung, da unser „Zeltplatz“ direkt an einem schönen kleinen Bach und in der Nähe kleiner sprudelnder Quellen lag. Und wir hatten eine herrliche Sicht auf den Femund. Der Tag klang an einem kleinen Feuerchen aus und die Nacht war auch überhaupt nicht kalt.
Am nächsten Tag waren wir somit schon vor 12 Uhr wieder am Wohnwagen und konnten am selben Tag noch nach Mora weiterfahren.



das letzte Schiff der Saison fährt feierlich in den Hafen ein
Auf geht's, kleines Lastentier! Und es war megaheiß
Mittagsschläfchen nach der geschafften Tagesetappe

nach einem Kaffeepäuschen haben wir noch den Naturlehrpfad neben der Hütte absolviert (4 km)
Wo ist das Baby?

Daaaaa!!!

Abendbrot: Brei, Käsenudeln (Mmmhhh...das schmeckt so lecker) und Risotto

Schlafenszeit
Tag 2


Meri hilft beim Navigieren

Unser Blick vom Nachtlager
Frisches Quellwasser - lecker!
die sprudelnde Quelle

Blaubeeren und Pilze sammeln

Uhhhhh...mein Schuh ist weg!
Waschsession nach Modderbad im Bach

Entspannung am Feuerchen
und Blaubeeren mampfen zum Nachtisch

Guten Morgen!
Alles schläft noch...
Nur wir machen Quatsch!
Frühstück im Zelt - draußen nieselt es.

eine sehr vertrauenserweckende Brücke

In Mora war unser erster Halt bei Lidl, wo wir mal wieder unsere Vorräte auffüllten und dann fanden wir einen schönen Stellplatz am See, der trotzdem sehr stadtnah war. Am nächsten Tag fuhren wir nach Orsa, wo wir wieder einmal Gas auffüllen mussten und wo es einen Wildtierpark gab, den wir uns angeschaut haben. Der Wildtierpark war wirklich schön und hat sich besonders gelohnt, weil Tiger so seine Verwandten mal besuchen konnte und wir waren fast alleine 😉
Nachmittags machten wir dann noch ein wenig Mora unsicher und tranken Käffchen im Café Zorn, das sich gleich an den Garten von Anders Zorn, den berühmten schwedischen Maler, anschließt.


Auf geht's in den Wildtierpark
Ursus arctos rollt sich im Gras



Tigers Verwandte
Haaaalloooo!




Ein Event jagt das nächste – nun ging es weiter nach Falun und somit in die große Kupfergrube. Hier haben die Männer eine Führung unter Tage gemacht. Meri und ich haben uns in der Zeit ein wenig das Bergbaudorf angesehen und Meri hat Breichen gefuttert (man muss nämlich auf beiden Beinen laufen können, um die Führung mitzumachen). Im Anschluss haben wir noch eine Spazierrunde um die Grube gemacht und uns das Museum angesehen, das auch wieder sehr interaktiv aufgezogen war. Abends standen wir an einem kleinen Badesee bei Falun und es gab mal wieder Lasagne aus dem Omnia 😉





Vielen Dank für eure Nachrichten und wir lesen uns das nächste Mal Anfang Oktober, wenn wir nochmal unseren letzten Blog hochladen und unsere Reise beendet haben. Bis dahin alles Liebe!

Mekajelli

Das Wandern ist des Karlis Lust...

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